Die Berge rund um St. Christina sind geologische Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit. Gesteinsproben aus den Dolomiten geben Aufschluss über die dramatischen Veränderungen, die im Lauf der Jahrmillionen auf dem Erdball stattgefunden haben. Die Geschichte von St. Christina selbst reicht ins 13. Jahrhundert zurück, in dem der Ort erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Bauern der Region waren über viele Jahrhunderte sehr arm. Krankheiten und Naturkatastrophen sorgten immer wieder für Todesopfer und persönliche Katastrophen der hier lebenden Menschen.
Im 20. Jahrhundert stellten die beiden Weltkriege die entscheidenden Zäsuren in der Region dar. Einerseits fielen viele Grödener Männer im Krieg, andererseits wurde im Zuge des ersten Weltkriegs das Schienennetz in St. Christina ausgebaut, was nach Kriegsende einen echten Handelsaufschwung mit sich brachte. Mit der Machtübernahme der Faschisten versuchte man, Gröden und ganz Südtirol zu italianisieren – ein Vorhaben, das am Widerstand der Einheimischen kläglich scheiterte.
Viele Menschen in St. Christina sprechen neben Italienisch und Fremdsprachen auch die ladinische Sprache und fühlen sich der ladinischen Kultur zugehörig. Die Grödener Tracht, Volkslieder und die weit verbreitete Kultur der Holzschnitzerei zeugen heute von der großen Heimatverbundenheit und der Freude der Grödener Menschen, ihre Tradition lebendig zu halten.