Sprachwelten

"Bënunì te Gherdëina!" - Willkommen in Gröden!

Wenn die Grödner unter sich sind, sprechen sie vorwiegend Ladinisch. Diese alte Sprache geht auf die Zeit der römischen Besiedlung des Alpenhauptkammes zurück und weist auffallende Ähnlichkeiten mit dem Altkastilischen, dem Provenzalischen und der katalanischen Sprache auf.

Die italienische Sprache beispielsweise ist erst einige Jahrhunderte später entstanden. Heute wird das Ladinische, einst die verbreitetste Sprache in der Alpenregion, noch in einigen Sprachinseln gesprochen: in den ladinischen Dolomitentälern von Gröden, Gadertal, Fassatal, Buchenstein und Ampezzo (überall mit besonderem Lokalkolorit), ferner im Friaul sowie im Kanton Graubünden in der Schweiz (auch hier mit wesentlichen Unterschieden zwischen einem Tal und dem anderen).

Die Ladiner gibt es seit über 2000 Jahren. Der römische Feldherr Drusus eroberte 15 v. Chr. unsere Alpenregion und aus der Fusion zwischen der altkeltischen (rätischen) Kultur mit jener der Römer entstand die neue ladinische Sprache, die sich in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt eingebürgert haben dürfte. Auch zahlreiche alte Hof-, Flur- und Ortsnamen im auch heute noch dreisprachigen Südtirol beweisen die weite Verbreitung des Ladinischen, sogar bis hinauf in das 16. oder 17. Jahrhundert: Tschars, Tartsch und Prämajur im Vinschgau sowie Tschöfas, Tanürz und Albions im Grödner Nahbereich seien hier als Beispiele genannt. Erst durch die Zeit der Völkerwanderung germanischer Stämme gewann das Deutsche die Oberhand und das Ladinische wurde in schwer zugängliche Seitentäler verdrängt.

Heute wird in den Schulen Ladinisch als Pflichtschulfach gelehrt, zudem gibt es verschiedene Publikationen in ladinischer Sprache (Bücher sowie Zeitschriften) und täglich werden Radio- und Fernsehsendungen ausgestrahlt.