Klettersteige

Zwischen Wandern und Klettern

Hier finden Sie eine Übersicht zu den schönsten Klettersteigen in Gröden und Umgebung – ein einzigartiges Erlebnis für einen unvergesslichen Urlaub!

Pößnecker-Klettersteig

Sellaspitze, 2.941 m (Sellagruppe)

Schwierigkeit: besonders schwieriger Klettersteig
Ausgangspunkt: Sellajoch, 2.240 m
Stützpunkt: Sellajochhaus, 2.183 m
Höhenmeter: Aufstieg: ca. 700 m, Abstieg: ca. 700 m, Klettersteig: ca. 500 m
Gehzeit:
Aufstieg: Sellajoch-Sellaspitze, ca. 3 ½ Stunden
Abstieg: Sellaspitze-Piz Gralba-Val Lastiés-Sellajoch, ca. 4 Stunden
Klettersteig: ca. 2 ½ Stunden

Hinweis:
Der Pößnecker-Klettersteig ist der älteste Klettersteig in den Dolomiten (1912) und zählt heute noch zu den anspruchsvollsten. Wegen Vereisungsgefahr im Spätherbst empfiehlt sich die Begehung nicht in den frühen Morgenstunden.

Aufstieg:
Vom Sellajoch, 2.240 m, quert man nordwestlich unter den 3 Sellatürmen auf gutem Weg bis zu der grau-schwarzen, wasserüberronnenen Wand. Auf dem mit Drahtseilen, Eisenbügeln und Klammern gesicherten Weg geht es steil und ausgesetzt hinauf zu einer kesselartigen, großen Schuttstufe. Über das große Terrassenband auf etwa 2.700 m, das den Sellastock umzieht, gelangt man zum letzten Teil des Klettersteiges. Nach einer gut gesicherten Schlucht erreicht man die schuttbedeckte Hochfläche des Sellastockes und den Gipfel der Sellaspitze, 2.941 m.

Abstieg:
Über die Gipfel des Piz Gralba, 2.974 m, Piz Miara, 2.965 m, und Piz Beguz, 2.972 m, erreicht man den Weg Nr. 677. Man bleibt aber immer noch auf dem Weg Nr. 649. In der Scharte vor dem Zwischenkofel, 2.908 m, biegt man rechts ab und steigt auf dem Weg Nr. 647 durchs Val Lastiés hinunter zur Straße, die auf das Sellajoch führt. Von hier entweder per Autostopp oder zu Fuß zurück zum Sellajoch, 2.240 m.

Bemerkung:
Der Pößnecker-Klettersteig gehört zu den am meisten begangenen Klettersteigen.

Pisciadùsteig

Pisciadùhütte, 2.583 m (Sellagruppe)

Schwierigkeit: schwieriger Klettersteig
Ausgangspunkt: Parkplatz bei der Talstation der Materialseilbahn, 1.950 m, zur Pisciadùhütte, ungefähr auf halbem Weg zwischen Grödner Joch und Kolfuschg.
Stützpunkt: Kolfuschg, 1.615 m
Höhenmeter: Aufstieg: ca. 600 m, Abstieg: ca. 600 m, Klettersteig: ca. 400 m
Gehzeit:
Aufstieg: Parkplatz-Pisciadùhütte, ca. 3 Stunden
Abstieg: Pisciadùhütte-Val Setus-Parkplatz, ca. 1 ½ Stunden
Klettersteig: ca. 2 ½ Stunden

Hinweis:
Bei rechtzeitigem Aufbruch kann man auch noch den Pisciadù-Gipfel, 2.985 m, besteigen. Auf- und Abstieg von der Hütte ca. 2 ½ Stunden.

Aufstieg:
Vom Parkplatz nach Osten zum ersten Stellaufschwung, der mit Klammern gesichert ist. Nun zum Hauptteil des Klettersteiges, den man in luftiger, ausgesetzter Kletterei bis zu einem Schrofenkessel verfolgt (hier besteht die Möglichkeit, den Klettersteig nach links zu verlassen und über Steigspuren zur Hütte zu gelangen). Von hier geht es rechts über senkrechte, gut gesicherte Felsen hinauf bis knapp unter den Exner Turm, 2.496 m. Eine kühne Hängebrücke am Ende des Klettersteiges bildet den Höhepunkt. Von dort erreicht man in wenigen Minuten die Hütte.

Abstieg:
Von der Hütte auf Weg Nr. 666 nach Nordwesten bis zur Abzweigung. Auf dem teilweise gesicherten Steig steil abwärts in die Val Setus (Vorsicht im Frühsommer, steife Schneefelder) und zurück zum Parkplatz.

Bemerkung:
Dieser Weg gehört zu den bekanntesten Klettersteigen in den Dolomiten.

Oskar-Schuster-Steig

Plattkofel, 2.964 m (Langkofelgruppe)

Schwierigkeit: schwieriger Klettersteig Ausgangspunkt: Sellajochhaus, 2.153 m Stützpunkt: Langkofelhütte, 2.252 m Höhenmeter: Aufstieg: ca. 700 m, Abstieg: ca. 1.200 m, Klettersteig: ca. 400 m Gehzeit: Abstieg: Langkofelscharte-Langkofelhütte, ca. ¾ Stunden Aufstieg: Langkofelhütte-Plattkofel, ca. 2 ½ Stunden Abstieg: Plattkofel-Plattkofelhütte-Sellajochhaus, ca. 3 Stunden Klettersteig: ca. 1 ½ Stunden

Hinweis:
Vereisungs- und Steinschlaggefahr

Aufstieg:
Auffahrt mit der Gondelbahn vom Sellajochhaus, 2.183 m, auf die Langkofelscharte, 2.679 m. Auf Weg Nr. 525 steil hinunter ins Langkofelkar und zur Langkofelhütte, 2.252 m. Bei unsicheren Verhältnissen Informationen in der Hütte einholen! Von der Hütte steigt man durch das Plattkofelkar zum Einstieg. Vorsicht, meistens steiles Schneefeld! Nun geht es immer genau der Markierung folgend durch die Nordseite des Plattkofels über schmale Bänder, Geröll und Wandstufen, die teilweise mit Drahtseilen gesichert sind, hinauf zum Gipfel des Plattkofels, 2.964 m.

Abstieg:
Auf teilweise markierten Steigspuren über das geneigte Plateau südwestlich hinunter zur Plattkofelhütte am Fassajoch, 2.297 m. Von hier wandert man gemütlich über den "Friedrich-August-Weg" zurück zum Sellajochhaus, 2.183 m.

Bemerkung:
Der Plattkofel ist von seiner Südwestseite im Frühjahr eine beliebte Skitour und der einzige Gipfel in der Langkofelgruppe, der auch von Bergwanderern bestiegen werden kann.

Sass Rigais – Überschreitung

Sass Rigais, 3.025 m (Geisler-/Puezgruppe)

Schwierigkeit: Mäßig schwieriger Klettersteig
Ausgangspunkt: Bergstation Col-Raiser-Gondelbahn, 2107 m
Stützpunkt: Rif. Firenze (Regensburger Hütte), 2037 m,
Höhenmeter: Aufstieg: ca. 1000 m, Abstieg: ca. 1.000 m, Klettersteig: ca. 500 m
Gehzeit:
Aufstieg: Bergstation Col-Raiser –Sass Rigais, ca. 3-4 Stunden
Abstieg: Sass Rigais – Col Raiser ca. 2 Stunden
Klettersteig: ca. 2 Stunden

Hinweis:
Eindrucksvolle Überschreitung des zweithöchsten Gipfels der Geisler-Puez Gruppe. Auf den höchsten Punkt führen gleich drei Anstiege von moderater Schwierigkeit. Wir empfehlen die Runde mit dem Ostgrat zu beginnen. Sehr anspruchsvoll ist der Villnösser Einstieg (bei der Mittagsscharte) - wegen der sehr steilen Schuttrinnen. Schwächeren Gehern sei der Auf- und Abstieg über den Südwestanstieg empfohlen. Trittsicherheit und Kletterkönnen bis Schwierigkeit 1 erforderlich!

Aufstieg:
Von der Bergstation auf dem Weg 4 sanft zur Regensburger Hütte, 2037 m, absteigen und auf dem Weg 13 unter die Südabstürze des Sass Rigais zum Wegweiser auf 2299 m. Dann für die Überschreitung unter den Südabstürzen ins Wasserrinnental und in die Scharte zwischen Sass Rigais und Furchetta aufsteigen. Von der Scharte links über gestuften Fels und Geröll zur ersten Versicherung auf 2826 m. Über eine kurze Wandstufe und eine unversicherte Schuttrinne zu den Ausläufern der nächsten Rinne. Anfangs an Trittstiften, dann leichter in die Rinne, an deren Ende links hinaus queren und über gestuftes Gelände zum Gipfel. Davor noch kurz versichert.

Abstieg:
Vom Gipfel über den Südwestanstieg auf dem SW-Grat absteigen (A), bis der Weg rechts zur Wand führt (A/B) und über Ausläufer des SW-Grates zu einer Geröllzone in der SW-Wand (A). Dann über gestuftes Gehgelände (Trittsicherheit) abwärts bis zu einer Weggabelung auf 2778 m, dort zwei Möglichkeiten: a) Villnösser Einstieg (schwierig!) zur Mittagsscharte: Rechts, anfangs waagrechte Querung zu einer Rinne. Danach kurze Wand (B/C) und eine weitere Querung anfangs im Gehgelände, dann leichte Kletterei (1-) zum nächsten Felsspitz, den man über die Südwand (A/B, dann B/C) zu einer Scharte umgeht. Kurzer Aufstieg (A/B) in die nächste Scharte. Dann steil und erdig (A), zuletzt schotterig durch eine Rinne absteigen und rechts zur bereits sichtbaren Mittagsscharte queren (2615 m, GPS: N46 36.279 E11 45.603). Ab dort entweder nach Norden auf dem Weg 29 ins Villnösser Tal oder nach Süden zurück zum Ausgangspunkt (jeweils durch Rinnen). b) Südwestanstieg: bergab über den Südwestanstieg bis auf eine Wiese, der man nach Westen eine Rinne querend zu den Versicherungen folgt. Querung zu einer Wandstelle zu einer kleinen Holzbrücke und weiter zu einer Rinne. Durch diese in wenigen Minuten zum Ende des Klettersteiges in der Rinne, die von der Mittagsscharte herabführt, 2513 m. Durch die Rinne zurück zum Wegweiser unter den Südabstürzen des Sass Rigais und auf dem Zustiegsweg zum Col Raiser.

Bemerkung:
Wenn die Gondelbahn zum Col Raiser nicht fährt, erreicht man die Regensburger Hütte auch bequem auf dem Weg 3 von Wolkenstein, Ortsteil Daunëi, 1687 m. am Ende der Fahrmöglichkeit zu einem Parkplatz (1½ Std.).

Kleine und Große Cirspitze

Kleine Cirspitze, 2.520 m und Große Cirspitze, 2.592 m (Geisler-/Puezgruppe)

Schwierigkeit: Leichter Klettersteig (Große Cir), Schwieriger Klettersteig (Kleine Cir)
Ausgangspunkt: Passhöhe Grödner Joch, 2121 m
Stützpunkt: Gasthäuser auf der Passhöhe
Höhenmeter: Aufstieg: bis ca. 500 m, Abstieg: bis ca. 500 m, Klettersteig: bis ca. 150 m
Gehzeit:
Aufstieg: Passhöhe Grödner Joch – Gipfel Kleine oder Große Cir 1- 1 ½ Stunden
Abstieg: Gipfel Kleine oder Große Cir - Passhöhe Grödner Joch ¾ Stunde

Klettersteig: je ca. ½ Stunde
Auf die Kleine Cir führt ein rassiger Klettersteig. Der versicherte Weg auf die Gran Cir ist hingegen anfängertauglich. Beide Steige bieten einen großartigen Ausblick auf die Nordwände des Sellastocks, den Langkofel und auf das Hochplateau der Puez-Gruppe. Dank der kurzen Zustiege und Steighöhen eignen sich beide Touren für einen Nachmittagsspaziergang.

Aufstiege:
Kleine Cir: Von der Passhöhe auf einer Schotterstraße zur Bergstation Dantercepies, 2298 m (erreichbar im Juli und Aug. mit der Gondelbahn von Wolkenstein). Wenige Meter (östlich) vor der Bergstation (Hinweisschild Klettersteig) auf einem Grasrücken zum Fuß der Felsen, durch eine Rinne (rote Punkte) hinauf und rechts über eine kurze Wand (leicht klettern Grad 1) auf einen Absatz zu den ersten Versicherungen bei einer Leiter über die Leiter aufsteigen und über einen kurzen Grat auf einen Absatz. Vom Absatz in die Wand übersteigen und hinauf bis der Steig links über eine Plattenwand auf einen weiteren Absatz führt. Kurz leicht, dann über einen schwierigen Block höhersteigen, dann zu Fuß an das rechte Ende des Gipfelsockels. Über eine Rampe um den Sockel herum und auf der Rückseite kurz schwierig auf den höchsten Punkt.
Große Cir (Gran Cir): Auf der Schotterstraße Richtung Bergstation Dantercepies, nach 250 m die Straße auf den Weg 2 rechts und nach weiteren ca. 100 m den Weg links verlassen und gerade hinauf zum Weg 2D, der von der Bergstation Dantercepies zur Jimmys Hütte führt. Dann auf einem Weg (Tafel) in die Rinne links der Großen Cir. Die Geröllrinne bis zu einem markanten Klemmblock aufsteigen. Einstieg kurz davor. Eine versicherte und überdachte Rampe nach rechts aufsteigen und über Gehgelände im Zickzack zu einer Plattenwand (schwierigste Stelle des Steiges) und zum Westgrat. Über den Grat in leichter Kletterei - (Eisenstangen) zum Gipfel.

Abstiege:
Kleine Cir: Vom Gipfelsockel wieder absteigen, links versichert (A) in eine Scharte und durch die Rinne (A) abwärts. Entweder bei erster Möglichkeit zum Einstieg queren oder gleich bis zum Weg 2D absteigen. Weiter wie Aufstieg. Große Cir: Über den Aufstiegsweg absteigen.

Rodella Klettersteig

Col Rodella, 2.484 m (Sellagruppe)

Schwierigkeit: Schwieriger Klettersteig
Ausgangspunkt: Rifugio Valentini, 2210 m
Stützpunkt: Rifugio Valentini, 2210 m
Höhenmeter: Aufstieg: ca. 310 m, Abstieg: ca. 310 m, Klettersteig: ca. 100 m
Gehzeit:
Zustieg: Rifugio Valentini – Col Rodella, 2484 m ca. 1 Stunde
Abstieg: Col Rodella, 2484 m- Rifugio Valentini, ca. 20 Min.

Klettersteig: ca. ½ Stunde

Hinweis:
Kurze, aber sehr schöne Steiganlage durch die Südabbrüche der Rodella. Der Steig ist sehr abwechslungsreich angelegt, bietet von kurzen Steilstücken, glatten Plattenstellen und einer schönen Schlusskante alles, was das Kletterer-Herz begehrt. Der Steig wird auch „Via ferrata Col Rodella“ genannt.

Aufstieg:
Vom Parkplatz beim Rif. Valentini (auch erreichbar in 15 Min. vom Sellajochhaus) auf dem Weg - vorbei an der Forc. di Rodella - zur Bergstation (Rif. Des Alpes). Auf der Südseite steigt man etwas ab (unterhalb der Bergstation leicht rechts hinunter, Steigspuren), quert in der Höhe von Fangnetzen kurz unter die Südabbrüche der Rodella und folgt den Steigspuren zum Einstieg hinauf.

Abstieg:
Vom Rif. Rodella auf den Gipfel und wieder über den Fahrweg zurück zum Parkplatz beim Rif. Valentini.

Bemerkung:
Der Steig ist ideal für Einsteiger und für Tage mit nicht ganz so stabilem Wetter, auch für klettererfahrene Kinder (für Sicherungsseil notwendig) geeignet.