Kirchen und Kapellen

Die Pfarrkirche „Maria Hilf“ in Wolkenstein: Das neugotische Langschiff aus dem 19. Jh. wurde im Jahre 1988 abgerissen und durch einen modernen Bau - in der Form eines Oktogons - ersetzt. Aus dem Jahre 1670 blieb hingegen der schöne Altarraum mit dem Gnadenbild von Lucas Cranach am Hauptaltar bestehen. Bereits 1503 ließ Wilhelm von Wolkenstein hier eine Kapelle zu „Maria Hilf“ bauen, die später mehrmals vergrößert wurde, da viele zu diesem geschätzten Wallfahrtsort pilgerten und noch heute pilgern. An der Außenmauer der Sakristei findet man einen Wappenstein der Wolkensteiner aus Granit.

Die Silvesterkapelle im Langental (Wolkenstein): klein und anmutig, liegt nur wenige Gehminuten vom Parkplatz am Taleingang des Langentals entfernt. Seit alter Zeit ist die dem Schutzpatron des Viehs geweihte Kapelle ein vielbesuchter Ort des Gebetes. Bei Restaurierungsarbeiten wurden 1993 über 300 Jahre alte Fresken entdeckt, welche die Lebensgeschichte Jesu darstellen.
Auf dem Friedhof von Wolkenstein erinnert eine Bergopfer-Gedächtniskapelle an die Bergsteiger, die in den Grödner Dolomiten tödlich verunglückt sind. Ihre Namen sind in ein großes Kupferbuch eingetragen.

Die Kapelle am Grödner Joch ist dem Hl. Maurizio, dem Schutzheiligen der Alpini gewidmet. Sie wurde von der Alpinigruppe Gröden erbaut und im Frühling 2004 eingeweiht.

Pfarrkirche von St. Christina:St. Christina ist die älteste Seelsorge des Tales. Bereits gegen Ende des 12. Jahrhunderts dürfte hier eine geweihte Kapelle gestanden haben. Von der romanischen Kirche - die in einem päpstlichen Ablassbrief von 1342 erwähnt ist - ist noch der Glockenturm bis zum Dachansatz erhalten. Später wurde der Charakter durch Um- und Zubauten weitgehend verändert. Aus gotischer Zeit stammt der Chorraum, dem im 16. Jh. auch ein polygonales Beinhaus angefügt wurde. Sehenswert: der Aufbau des Hochaltars, der um 1690 in der Werkstatt der bekannten Bildhauer-Dynastie Vinazer entstanden ist (siehe eigene Broschüre). Die Bronzestatue der Hl. Philomena im Beinhaus, ein klassizistisches Werk des Bildhauers Dominik Mahlknecht, steht heute auf dem Gemeindeplatz.

Die St. Jakobskirche (la “dlieja da Sacun”) liegt oberhalb von St. Ulrich (nur zu Fuß erreichbar), im Bereich des uralten Weges “Troi Paian”, welcher einst vom Venezianischen über die Dolomitenpässe und durch das Grödnertal ins nahe Eisacktal führte. Die der Überlieferung nach älteste Kirche des Tales ist dem Hl. Jakob geweiht, dem Beschützer der Wanderer und Pilger. Der Ursprung der St. Jakobskirche reicht aufgrund der von Fachleuten nachgewiesenen romanischen Bausubstanz in das 12. Jh. zurück. Das heutige Aussehen der Kirche geht auf die Gotik zurück wobei Gotik und Barock das Kircheninnere schmücken. Von bedeutendem kunsthistorischen Wert sind die gotischen Fresken im Presbyterium (spätes 15. Jh.), ebenso die Wandgemälde neben der Kanzel aus dem 16. Jh., die sich auf die Jakobslegende beziehen. Ein Zeugnis lokaler Bildschnitzkunst aus dem Barock stellt der reichgeschnitzte Hochaltar dar mit geschwungenen Säulen und vergoldeten Figuren von Kirchenfürsten, Aposteln und Engeln (Gebrüder Vinazer-Pescosta um 1750). Die heute in der Kirche ausgestellten Skulpturen sowie mehrere Kunstgegenstände des Hauptaltars sind gute Nachbildungen einheimischer Schnitzer. Die wertvollen Originale können im Museum Gröden in St. Ulrich besichtigt werden. Öffnungszeiten und Führungen der St. Jakobskirche: Im Sommer jeweils Mo., Di. & Do. 10.30 - 12.00 Uhr, Mi. & Fr. 10.30 - 12.00 Uhr + 15.30 - 17.00 Uhr. Nähere Infos im Tourismusverein St. Ulrich.

Die Pfarrkirche von St. Ulrich stammt aus dem späten Barock und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts durch den Anbau zweier Seitenschiffe erweitert. Der Bau ist innen mit zahlreichen Bildern, Statuen und Figuren geschmückt, so mit einer riesengroßen St. Ulrich-Statue von Ludwig Moroder und dem Altarbild „Anbetung der Könige“ von Josef Moroder-Lusenberg. Beachtenswert sind auch die mit schönen Schnitzereien verzierten Kirchenstühle.

Die St. Anna-Kapelle am Friedhof von St. Ulrich wurde etwa zu Beginn des 15. Jahrhunderts erbaut und um 1515 vergrößert. Die kleine, einfache Kirche besitzt ein sehenswertes Portal und mehrere alte Grabsteine und Gedenkplatten.
Einfach und schmucklos steht das Antonius-Kirchlein (1673 erbaut) am Hauptplatz von St. Ulrich und ist mit seinem hübschen Dachreitertürmchen ein beliebtes Fotomotiv. Beachtenswert ist hier das Altarbild des Kirchenpatrons, des Heiligen Antonius von Padua, vom Schweizer Künstler Melchior Paul von Deschwanden im Nazarener-Stil gemalt.

Einen Besuch wert ist auch die aus dem 13. Jh. stammende und dem Hl. Leonhard geweihte Pfarrkirche von Pufels mit ihren schönen romanischen Bauformen; interessant außerdem der aus dem 18. Jh. stammende Hauptaltar.

Auch die Heilig-Kreuz-Kapelle auf Außerraschötz (1755 erbaut), auf über 2200 m Höhe, ist sehenswert.