Die Verwahrung des Erbes: Sprache, Kultur und Kunst

In unserem ladinischen Dolomitental ist die Sprache, Kunst und Kultur tief verwurzelt und verleiht der Bevölkerung eine eigene Identität, die auch im Alltag praktiziert wird. Als Tourismusorganisation helfen wir diese Identität zu bewahren, indem wir sie prominent in unserer Kommunikation integrieren und die örtlichen Vereine aktiv unterstützen.

Ladinische Sprache

An den Zufahrten nach Gröden fällt die dreisprachige Beschilderung ins Auge: Grödnerisch, Deutsch und Italienisch. Die ladinischen Gemeinden stellen sich dreisprachig vor: Urtijëi - St. Ulrich – Ortisei, S. Crestina - St. Christina - S. Cristina und Sëlva - Wolkenstein - Selva Val Gardena.

Im Jahr 1989 wurde das Ladinische neben dem Italienischen und dem Deutschen als offizielle Amtssprache anerkannt. Das gilt in allen ladinischen Gemeinden der Provinz Bozen, sowie in allen öffentlichen Ämtern, die für die Belange der Ladiner zuständig sind.

Das Schulsystem in den ladinischen Ortschaften der Provinz Bozen ist Ausdruck des Zusammentreffens dreier Sprachen: Ladinisch, Italienisch und Deutsch. So auch das Schulsystem, das gegenüber der Mehrsprachigkeit offen ist und ein paritätisches Sprachsystem bietet. So treten die Kinder bereits im Kindergarten mit den drei Sprachen in Kontakt.
Zur Erhaltung dieser Minderheitensprache werden täglich eigene Radio- und Fernsehsendungen ausgestrahlt.
Das Ladinische Institut "Micurá de Rü" organisiert und fördert Initiativen zur Bewahrung und Förderung der ladinischen Sprache und Kultur im Allgemeinen. Es veröffentlicht Bücher verschiedener Art in ladinischer Sprache oder in anderen Sprachen über das ladinische Gebiet, die Sprache und die Kultur. Ein wichtiger Teil der Tätigkeit des Instituts besteht in der praktischen Unterstützung von kulturellen Vereinigungen, die dieselben Ziele wie das Institut verfolgen.
Die „Union di ladins“ setzt sich zum Erhalt der ladinischen Sprache und Kultur in den ladinischen Tälern ein, ist Herausgeber der ladinischen Wochenzeitung „Usc di ladins“ und arbeitet mit dem „Museum de Gherdëina“ zusammen.

Die Jugendlichen haben Lust auf die Zukunft: das Europa mit seiner kulturellen und sprachlichen Vielfalt zu erleben. Die englische Sprache ergänzt sich ab der 4. Klasse und so beherrscht die jüngere Generation in Gröden mindestens vier Sprachen.

Brauchtum, Trachten und Tradition

In Gröden sind Tradition und Brauchtum des ladinischen Volkes ein lebendiges Volksgut. Dem Jahreskreis folgend gibt es zahlreiche Bräuche und Feste, auch wenn ihr tieferer Sinngehalt in jetziger Zeit nicht immer deren Ursprung vermittelt sind sie doch wichtig zum Erhalt der Tradition.
Wichtige Elemente der gelebten Tradition sind neben der ladinischen Sprache und dem Kunsthandwerk auch die charakteristischen Grödner Trachten, die zu den schönsten und wandlungsreichsten Trachten des gesamten Alpenraumes zählen. Die verschiedenen Trachtenarten geben Auskunft über den gesellschaftlichen Stand ihres Trägers.

Vereinsleben und gesellschaftliches Leben

In Gröden gibt es ein sehr aktives Vereinsleben. Zahlreiche kulturelle Vereine, wie Trachtenvereine, Volkstanzgruppen, Kirchen-, Jugend-, Männerchöre, Musikkapellen, Theatervereine leisten einen grundlegenden Beitrag zum Erhalt der Kultur und werden von den Gemeinden und Tourismusvereinen unterstützt.

Dazu ergänzen sich Freiwillige Feuerwehren, Bibliotheken, Sportvereine, Jugendvereine, der Heimatpflegeverband und Berufsvereinigungen.

Ladinia Creativa

Ladinia Creativa ist ein Portal der Suche nach Beispielen für innovative ladinische Kreativität. Insbesondere finden sich hier Künstlerinnen und Künstler aus allen Kunstgattungen (Bildhauerei, Malerei, Literatur, Musik, Tanz, Film und Video, Theater, ...) und darüber hinaus besondere Kulturprojekte und -verbände.
Die Suche kann nach verschiedenen Kriterien durchgeführt werden und es können Vorschläge von Künstlern und Projekte hinzugefügt werden.

Kunsthandwerk

Ab dem 18. Jahrhundert suchten die Bauern zunehmend nach zusätzlichen Möglichkeiten, ihren Lebensstandard aufzubessern, insbesondere während der Wintermonate. In Gröden entwickelte sich die sakrale Holzschnitzerei, zusätzlich wurde chiena (Holzspielzeug) hergestellt. Dieses Holzspielzeug wurde in den Familien in Serie gefertigt: Puppen, Schaukelpferde, Tiere, Soldaten. Die Anfänge dieses Handwerks gehen auf das 16. Jahrhundert zurück.

Die Grödner Schnitzer bereisten ganz Europa, um ihre Holzschnitzereien zu verkaufen. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es europaweit beinahe 300 Filialen von Grödner Firmen, welche Skulpturen und Holzspielzeug verkauften. Einst war es üblich, Handwerker für einige Tage in der Familie aufzunehmen. Dieser Brauch, von Haus zu Haus zu ziehen, um seine Arbeit anzubieten, wird jì sun la stieres ("Stör-Arbeit", Dienstleistung vor Ort) genannt.

Das Handwerk stellt heute noch eine grundlegende Tätigkeit für die Wirtschaft der ladinischen Täler dar. Einige Berufe sind verschwunden, andere haben hingegen durch den aufkommenden Tourismus eine Abwandlung erfahren. Das Zusammengehen von Tourismus und Handwerk ist im Bereich der Hotellerie offensichtlich: hier konnten sich Tischler, Dekorateure, Weber, Maler und Schnitzer dem neuen Arbeitsfeld anpassen.

Noch immer gibt es in viele Bildhauer, Holzschnitzer und Maler. Viele haben sich zur Künstlervereinigung wie UNIKA, Gardena Art zusammengeschlossen um gemeinsame Aktionen anzubieten.

Dein Weg nach Gröden

Ihr Urlaubsziel im Herzen der Dolomiten, so kommen Sie ans Ziel