Giorgio by Moroder

Wie aus Hansjörg Moroder aus Gröden ein Weltstar wurde

"Der Traum war so groß“

erzählt Giorgio Moroder, 1940 in St. Ulrich geboren, dass er sich zunächst nicht einmal selbst vorstellen konnte, ihn jemals zu verwirklichen: der Traum, Musiker zu werden und als Komponist Erfolg zu haben.

Tatsächlich ist der Erfolg des Mannes, der uns in seinem Haus in Gröden die Faust zum kumpelhaften Knuckle-Gruß (Fingergelenke tippen an Fingergelenke) entgegenstreckt, viel größer, als sich das irgendjemand hätte erträumen können. Seine Mutter schon gar nicht. Die wollte, dass ihr Hansjörg („My name is Giovanni Giorgio, but everybody calls me Giorgio“) einen ordentlichen Beruf erlernte: Geometer, eine Art Architekt, um bei der Gemeinde zu arbeiten und ein finanziell abgesichertes Leben zu führen.

Doch Moroder brach das Studium ab, um lieber erst einmal durch Diskotheken zu tingeln. Er hatte vielleicht sieben oder acht Songs – und ein Auto, in dem er zwischen den Auftritten immer mal wieder schlief, um sich finanziell über Wasser halten zu können.

Der Traum vom Glück

Heute, siebenundsiebzig Jahre später, haben wir Glück, Giorgio Moroder überhaupt in seinem Südtiroler Haus anzutreffen. Denn so schön es dort auch ist, mit der (eigenen) Kunst im Garten und dem herrlichen Blick auf den Langkofel; die meiste Zeit im Jahr lebt Moroder mit seiner Frau und seinem Sohn in Los Angeles. Er hat mit Barbra Streisand und Elton John gearbeitet, der Disco Queen Donna Summer viele erfolgreiche Sommer beschert, zeitlose Hits für Filme wie Top Gun und Flashdance geschrieben, Musik für Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften komponiert.

Er wurde mit drei Oscars und vier Grammys ausgezeichnet, veröffentlichte mehr als 100 gold- und platinverzierte Schallplatten, und genau genommen befand er sich schon eine ganze Weile im golfspielenden Ruhestand, als ihn das französische Elektropop-Duo Daft Punk als Stargast für ein Stück mit dem unmittelbar einleuchtenden Titel „Giorgio by Moroder“ einlud. Darin erzählt er, von frischen Techno-Beats unterlegt, seine Lebensgeschichte.

Seitdem ist er wieder in der ganzen Welt unterwegs, als DJ und inzwischen auch mit dem ersten eigenen neuen Album seit 30 Jahren. Wenn er erzählt, mit wem er noch alles arbeiten will, beginnen seine Augen zu leuchten. Denn Giorgio Moroder, das wird hier in seinem Südtiroler Domizil deutlich, ist kein Mann, der gern die eigene Legende zelebriert. Zwar setzt er sich geduldig für ein Foto ans Klavier, aber wir verstehen auch ohne viele Worte: Der Mann hat nicht viel Zeit. Der hat zu tun. Denn: Der Mann aus Gröden lebt seinen Traum.

Mehr zu Gröden, dem Feriental der Dolomiten, erfahrt Ihr direkt auf der Webseite von:
Dolomites Val Gardena.

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